Mit Techniken der Rhetorik beruflich und privat überzeugen

Vielen Menschen fällt es schwer, beruflich oder privat vor einer größeren Gruppe zu sprechen. Denn in einer beruflichen Rede oder wichtigen Präsentation kommt es längst nicht nur auf den Inhalt an. Wer überzeugen will, muss dem Gegenüber seine Argumente gekonnt vermitteln. Auch im Alltag profitiert derjenige, der andere Menschen mit seiner Sprache zu seinen Gunsten manipulieren kann. Die Techniken der Redekunst, der sogenannten Rhetorik, sind vielfältig. 

In einer Rede die Zuhörer fesseln

Vor allem in einem längeren Vortrag im beruflichen Alltag werden die Schwächen in der Präsentation des Redners offenbar, wenn die Aufmerksamkeit des Zuhörers nach kurzer Zeit verloren geht. Denn nichts wirkt monotoner als eine abgelesene Rede. Notizen sind wichtig, sollten jedoch nur auf kleinen Karten in Stichpunkten vermerkt werden. Der Redner steht beim Sprechen aufrecht und fest, sein Blick geht in die Runde. Innerhalb eines Satzes hebt sich die Stimme leicht, zum Satzende wird sie tief und schließt das Gesagte ab. Redner sollten dabei keine Angst vor Pausen zwischen den Sätzen oder einem zu langsamen Sprechen haben. Auf den Zuhörer wirkt dies positiv, weil er den Inhalt des Satzes verarbeiten kann. Kommt es doch zu einer Panne im Vortrag, erscheint der Redner besonders sympathisch, wenn er den Fehler kurz locker und schlagfertig kommentiert und im Anschluss selbstsicher weiterspricht.

Überzeugen im Frage-Antwort-Spiel

Werden die Zuhörer durch Fragen in die Präsentation mit einbezogen, ist die richtige Fragetechnik für das Ergebnis entscheidend. Möchte der Redner eine knappe Antwort erhalten, die ihm Fakten liefert, stellt er eine geschlossene Frage, auf die nur mit Ja oder Nein geantwortet werden kann. Offene Fragen hingegen beginnen mit einem Fragewort, der Antwortende äußert darin seine persönliche Ansicht und fühlt sich vom Redner als gleichberechtigt wahrgenommen. 

Manipulation in alltäglichen Gesprächen

Auch im Alltag können gewisse Techniken der Rhetorik zum Einsatz kommen, wenn der Sprecher seine Freunde dezent nach dem eigenen Willen manipulieren möchte. Mit bestimmten Lenkungstechniken wird dem Gesprächspartner suggeriert, dass der eigene Vorschlag für ihn die beste Wahl ist. Hierfür werden beispielsweise mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, darunter der eigene Wille und extremere Varianten, so dass eine Einigung auf den eigenen Wunsch als Kompromiss stattfindet. Wer seine eigenen Erfahrungen mit einfließen lässt, wirkt kompetent und kann andere leichter von seinem Vorschlag überzeugen. Der Sprecher stellt die negativen Konsequenzen der alternativen Vorschläge heraus, hebt aber zeitgleich die positiven Aspekte des eigenen Wunsches hervor. Werden diese Manipulationstechniken gekonnt und unauffällig eingesetzt, erzielen sie in den meisten Fällen die gewünschte Wirkung.