Warum es Designermöbel gibt

Geschichte zählte in der Schule für viele nicht zu den Lieblingsfächern. Und Möbeldesign verbindet man wohl kaum mit Geschichte. Da kommen viel eher Gedanken an Zeitschriften, in denen man schicke Designermöbel bewundert hat und diese dann im Möbelhaus nicht finden konnte. Wer individuell leben und sich zu Hause wirklich wohlfühlen will, kann auf Tische, Sideboards, ein Bett oder eine schicke Ledercouch vom Designer nicht verzichten. Um aber zu verstehen, warum wir uns heutzutage mit Design Möbeln umgeben können, muss man etwa 300 Jahre zurück blicken.

Die Industrialisierung begann Ende des 18. Jahrhunderts in England und wurde nur durch die Weiterentwicklung einer Erfindung von Thomas Newcomen aus dem Jahr 1712 durch James Watt möglich: Die Dampfmaschine. Handarbeit war vorher die Devise gewesen. Doch plötzlich wurde es möglich, zunächst Stoffe und später jegliche Waren, ob Möbel, Bekleidung oder Maschinen, maschinell und damit in Masse zu produzieren. Nichts davon muss mehr von Hand gemacht werden. Nur das erste Musterbeispiel muss noch ein wirklicher Mensch entwerfen. Später können Maschinen dann genau dasselbe immer und immer wieder reproduzieren. Die Menschen, die die Prototypen für diese Massenwaren herstellen, haben heute meist Industriedesign studiert.

Aber schon in der Geschichte ließen die ersten kritischen Stimmen nicht lange auf sich warten. Schon ab 1850 erklärten renommierte Designer ihren Unmut über solch gleichförmige und langweilige Produkte. Sie wollten nicht Teil der prozessoptimierten Fabrikarbeit sein, sondern Ästhetik und Nutzen für andere stiften. Möbel waren das erste, was diese neuen Freidenker für ihre Designs entdeckten. Denn so, wie Wohnen ein Grundbedürfnis ist, steigert schönes und individuelles Wohnen das Gefühl von Glück und Zufriedenheit. Genau darum sollte man sich Schlafzimmer, Wohnzimmer oder Bad nach den eigenen Wünschen einrichten. Vordenker erkannten dies schon vor über 150 Jahren und legten damit den Grundstein für das moderne Design, dessen Resultat man heute beispielsweise in Form von Designmöbeln genießen kann.

Neben dem Schlafzimmer befindet man sich die meiste Zeit im Wohnzimmer. Um hier wirklich langlebige Qualität zu bekommen, sollte man vielleicht nicht gerade das billigste Möbelhaus ansteuern. Das gilt aber natürlich auch für alle anderen Zimmer, in denen Designmöbel eine Alternative sind. Denn ein harmonisches Zuhause schafft man sich nicht zuletzt mit der Einrichtung, die man verwendet. Optische Harmonie der Ausdruck der eigenen Individualität sorgen für den Ausstoß von Glückshormone. Außerdem kann man mit Designermöbeln sogar Geld sparen, da sie durch eine bessere Qualität als ähnliche Stücke aus dem Möbelhaus länger halten.

Die Industrialisierung und das Industriedesign haben also für viele Menschen viel Gutes hervorgebracht. Anders wären Massenwaren wie günstige Kleidung, Autos oder PCs niemals möglich gewesen. Die Geschichte lehrt uns aber auch, dass man bei der Gestaltung des eigenen Heims wohl besser auf innovative und ästhetische Möbeldesigns setzen sollte.

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